French Open: Oberleitner nach Matchball-Drama am Halbfinale vorbei
Bei seiner erst zweiten Grand-Slam-Teilnahme überhaupt hatte Neil Oberleitner bei den French Open in Paris mit Petr Nouza sensationell gleich das Doppelviertelfinale erreicht. Dort ist für die beiden am Dienstagabend nun jedoch das Aus gekommen. Und zwar auf äußerst dramatische und unglückliche Art und Weise: Denn der Wiener (ATP-Doppel 59) und der Tscheche (ATP-Doppel 52) mussten sich im Kampf ums Semifinale den auf fünf gesetzten, routinierten Italienern Simone Bolelli (ATP-Doppel 11) und Andrea Vavassori (ATP-Doppel 9) nach einem 2:40-stündigen Tennisthriller mit 7:6 (7), 1:6, 6:7 geschlagen geben. Das alles entscheidende Match Tiebreak des dritten Satzes ging dabei mit 12:14 verloren, nach zwei vergebenen Matchbällen. Trotzdem darf sich Oberleiter, nach seinen zuletzt konstant starken Leistungen, nächsten Montag aller Voraussicht nach über den erstmaligen Sprung in die Top 50 der Doppelweltrangliste freuen. Im Liveranking nimmt er Position 48 ein. In den Erwachsenenbewerben von Roland-Garros 2026 ist Österreich jetzt nicht mehr vertreten.
Oberleitner hatte erst am Jahresbeginn bei den Australian Open in Melbourne mit einem Zweitrundeneinzug sein Debüt auf höchster Ebene gegeben. Mit Nouza hatte er schon in den letzten Wochen aufgezeigt und bei den großen ATP-175-Challengern in Cagliari und Bordeaux einen Finaleinzug und einen Titelgewinn verbucht. Diese Form transportierten die beiden auch zum Höhepunkt der Sandplatzsaison in Frankreichs Hauptstadt, wo sich das Paar nach zwei Matchsiegen und dazwischen einem w.o.-Erfolg gar unter die besten acht Teams mischte. Mit Bolelli/Vavassori standen ihnen da die diesjährigen Champions der ATP-Masters-1000-Veranstaltungen in Miami und Rom sowie des ATP-500-Events in Rotterdam gegenüber. Nouza/Oberleitner zeigten sich von dieser hohen Hürde allerdings gänzlich unbeeindruckt. Der erste Abschnitt ging ohne Breakmöglichkeiten ins Tiebreak, wo die beiden nach einem abgewehrten Satzball selbst ihren zweiten verwerten sollten. Nach glattem zweitem Satz blieben Nouza/Oberleitner im dritten dann bis zum Schluss dran, wehrten die einzigen zwei Breakbälle ab und standen im Match Tiebreak bei einer 3:0-Führung mit zwei Minibreaks sowie bei 9:8 und 11:10 vor einem weiteren Coup. Das Happy End blieb jedoch aus: Am Ende nützten Bolelli/Vavassori ihren dritten Matchball.