Steirischer Tennisverband
Davis Cup

1:1 nach Tag 1: KURIER Austria Davis Cup Team darf weiter von Bologna träumen

Nach dem Auftaktsieg von Jurij Rodionov unterliegt Lukas Neumayer am WAC in Wien im zweiten Einzelmatch.
Verfasst von: Manuel Wachta, 18.09.2026
© GEPA pictures / Alexander Solc
Lukas Neumayer

Die Chancen von Österreichs Herrennationalmannschaft, in der Weltsportart Tennis sensationell das zweite Jahr in Serie die Davis Cup Final 8 der acht stärksten Nationen der Welt (24. bis 29. November in Bologna) zu erreichen, sind intakt. In der Begegnung der zweiten Qualifikationsrunde zum Finalturnier gegen Belgien steht es nach Spieltag eins – der Papierform nach erwartungsgemäß – 1:1. Jurij Rodionov sorgte beim Wiener Athletiksport Club (WAC) zunächst für den perfekten Start für das KURIER Austria Davis Cup Team: Der 27-jährige Niederösterreicher (ATP 142) wurde im Eröffnungseinzel seiner leichten Favoritenrolle vollauf gerecht und besiegte die Nummer zwei der Gäste, Gauthier Onclin (ATP 164), nach 1:27 Stunden Spielzeit mit 6:4, 6:1. Lukas Neumayer verpasste danach jedoch eine mögliche Vorentscheidung: Der Salzburger (ATP 180) unterlag Belgiens Topspieler Zizou Bergs (ATP 38) nach zwei Stunden Spielzeit mit 6:2, 4:6, 2:6. Damit könnte dem Doppelmatch zu Beginn des zweiten Spieltags eine womöglich richtungsweisende Rolle zukommen, und für dieses wurden nach derzeitigem Stand Lucas Miedler (ATP-Doppel 24) und Neil Oberleitner (ATP-Doppel 41) gegen Sander Gillé (ATP-Doppel 55) und Joran Vliegen (ATP-Doppel 175) aufgestellt. Danach steht das Topduell Rodionov gegen Bergs auf dem Plan. Für eine potenzielle Entscheidungspartie sind aktuell Neumayer und Onclin aufgeboten. ORF 1 überträgt am Samstag ab 10:50 Uhr live, Spielbeginn ist um 11:00 Uhr.

Prominente Unterstützung sieht starken Rodionov

Im fast ausverkauften, 4000 Sitzplätze fassenden Stadion im Traditionsverein im Wiener Prater sorgten rund 3500 begeisterte Zuschauer:innen für großartige Davis-Cup-Atmosphäre. Darunter fanden sich etliche prominente Gäste wie Ross Hutchins (CEO World Tennis), Michaela Schmidt (Sportstaatssekretärin), Clemens Trimmel (Geschäftsführer Bundes-Sport GmbH), Hans Niessl (Präsident Sport Austria), Gerd Bischofter (Geschäftsführer Sport Austria) und aus dem ÖTV das gesamte Präsidium mit Richard Grasl (Präsident), Stephanie Bonner (Vizepräsidentin), Klemens Eiter, Axel Melchior, Andreas Pilsl (Vizepräsidenten), zudem Thomas Schweda (Geschäftsführer Wirtschaft), die Ex-Präsident:innen Martin Ohneberg, Christina Toth und Ernst Wolner, die Ex-Vizepräsidenten Jürgen Roth und Georg Blumauer sowie fast sämtliche Landespräsident:innen. Auch alle Spieler aus der österreichischen Davis-Cup-Geschichte waren eingeladen – am ersten Tag kamen dieser Einladung, neben Trimmel und Blumauer, etwa Alexander Antonitsch, Rainer Eitzinger, Werner Eschauer, Konstantin Gruber, die Tennislegende Hans Kary, Julian Knowle und Dennis Novak nach, während sich Alexander Peya als ORF-Experte sowie Jürgen Melzer (ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän) und Gerald Melzer (Assistant Coach) durch aktive Rollen ohnedies vor Ort einfanden. Aus der Wirtschaft ließen sich, unter vielen anderen, Georg Wawer (Managing Director win2day), Harald Hölzl (Geschäftsführer Kia Austria) und Thomas Heimer (Country Director Österreich und Schweiz waterdrop®) sowie Ronald Düller (Vorsitzender des Vorstandes PKE Holding AG) und Veranstalter Herwig Straka (CEO and Founder e|motion group GmbH) den Länderkampfkracher nicht entgehen.

Die tatkräftigen Unterstützer:innen von Österreichs Team sahen im Auftaktspiel Rodionov, der in den letzten Jahren zum rot-weiß-roten Davis-Cup-Helden mutierte, einmal mehr in bestechender Nationalmannschaftsverfassung. In für ihn bestens gewohnter Umgebung hatte der Wahlwiener und Ex-WAC-Bundesligaspieler im ersten Durchgang noch so einige Mühe. Doch die ab Mitte des ersten Satzes fast ausschließlich knappen Games gingen großteils an Rodionov, der bei 4:4 nach 15:40 noch seinen Aufschlag hielt, Onclin im Anschluss das Service nach dessen 30:0- und 40:30-Führung abnahm und seinen ersten Satzball gleich nützte. Daraufhin spielte er sich zusehends in einen Rausch, zog im zweiten Abschnitt rasch auf 4:0 davon, verwertete letztlich seinen sechsten Matchball zur 1:0-Führung für das KURIER Austria Davis Cup Team und konnte somit erleichtert aufatmen. „Natürlich war das eine komplett andere Situation als ich sie normal gewohnt bin. Bei den letzten Davis Cups war ich immer der Außenseiter und konnte quasi frei aufspielen – und es war immer auswärts. Diesmal war ich daheim der klare Favorit und musste quasi liefern“ – was ihm nach etwas Bauchweh im ersten Satz noch souverän gelang. „Das ist das Wichtigste“, befand Rodionov nach seinem Sieg, die anfangs noch etwas wechselhafte Leistung sei dabei sekundär.

Nach 6:2, 2:0: Neumayer für leichten Niveauabfall eiskalt bestraft

Anders als Rodionov startete Neumayer im Anschluss direkt wie aus der Pistole geschossen und präsentierte sich im Teamdress wieder einmal von seiner besten Seite. Der 24-Jährige ergriff die einzigen zwei Breakgelegenheiten im ersten Satz zum 2:1 und 5:2 jeweils konsequent, gab auch im zweiten Durchgang durch ein Break zum Beginn und eine nachfolgende 2:0-Führung den Ton an und ließ große Hoffnung auf einen überraschenden Punktgewinn zum 2:0 aufkeimen. Sein bis dahin sehr fehlerhafter Kontrahent steigerte sich dann allerdings markant, spielte mit Fortdauer der Partie seine ganze Klasse aus und zeigte, warum er inzwischen zu den Top 40 der Welt zählt. So vermochte Bergs den Spielverlauf noch auf den Kopf zu stellen. „Das Level von Zizou ist Mitte zweiter Satz dann um einiges besser geworden. Ich finde, dass ich wirklich bis dahin das Match eigentlich komplett unter Kontrolle gehabt habe. So hat es sich angefühlt. Dann waren vielleicht zwei, drei Prozent weniger von mir da, und dafür bin ich gleich bestraft worden. Er hat das dann extrem gut gemacht“, erkannte Neumayer an. „Die zwei Favoriten haben ihre Matches gewonnen. Jurij hat nach einem etwas holprigen Start sein Spiel gefunden und Onclin dann dominiert und es dann recht komfortabel heimgespielt. Lukas hat eineinhalb Sätze außergewöhnlich gut gespielt, und dann ist sein Level bloß um ein paar Prozentpunkte gefallen. Bergs war danach der bessere Spieler und hat verdient gesiegt“, resümierte ÖTV-Kapitän Melzer. „Für mich ist es aber weiterhin eine 50:50-Sache“, blickte der Niederösterreicher gespannt auf den zweiten Tag. Es sind nur noch letzte Restkarten erhältlich.

 

Davis Cup 2026, 2. Qualifikationsrunde in Wien

Österreich – Belgien 1:1

Freitag, 13:00 Uhr MEZ (live in ORF 1)
Jurij Rodionov – Gauthier Onclin 6:4, 6:1
Lukas Neumayer – Zizou Bergs 6:2, 4:6, 2:6

Samstag, 11:00 Uhr MEZ (live in ORF 1)
Lucas Miedler / Neil Oberleitner – Sander Gillé / Joran Vliegen
Jurij Rodionov – Zizou Bergs
Lukas Neumayer – Gauthier Onclin

| GEPA pictures / Alexander Solc

Der weitere Zeitplan zum Davis Cup Österreich – Belgien (Änderungen vorbehalten)

Samstag, 19. September 2026
10:45 Uhr: Ehrung von Martin Ohneberg zum ÖTV-Ehrenpräsidenten
11:00 Uhr: Lucas Miedler / Neil Oberleitner – Sander Gillé / Joran Vliegen (live auf ORF 1)
Im Anschluss: Jurij Rodionov – Zizou Bergs (live auf ORF 1)
Im Anschluss: Lukas Neumayer – Gauthier Onclin (live auf ORF 1)

Hier geht es zum Kartenvorverkauf für den Davis Cup Österreich – Belgien. Hier alle Informationen zum Kartenvorverkauf.

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